Bilanzsumme der Volksbank Krefeld überspringt erstmals die Marke von 2 Mrd. Euro

Volksbank Krefeld bietet Stabilität auch in der Krise / Wachstum auch im Coronajahr

Vorstand - Volksbank Krefeld
v.l.n.r.: Christoph Gommans, Stefan Rinsch, Wilhelm Struck

"Wohl keiner hat sich ernsthaft vorstellen können, dass ein kleines Virus die ganze Welt in Atem hält und unser Leben völlig verändert“, so Stefan Rinsch, Vorstandvorsitzender der Volksbank Krefeld zu Beginn der Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2020.

„Wenn man es positiv sehen will, wird aber deutlich, dass viele Dinge ohne Qualitätsverlust auch anders organisiert werden können“, so Rinsch weiter, „neben Covid-19 sind es aber auch die alten Bekannten Niedrigzinsumfeld, Digitalisierung und Regulatorik, die die Veränderungsdynamik und die damit einhergehende Restrukturierung im Bankensektor bestimmen“.

Obwohl die Pandemie die Rahmenbedingungen nochmals verschlechtert hat, konnte die Volksbank Krefeld erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro überspringen. In den meisten Bilanzpositionen war die Entwicklung mehr als positiv. Sowohl bei den Einlagen, als auch bei den Krediten gab es wesentliche Zuwächse. Dieses nachhaltige Wachstum in den Kerngeschäftsfeldern führte zu einer Bilanzsummensteigerung von 136 Mio. Euro oder 6,3 % auf 2,117 Milliarden Euro.

Die konsequente Ausrichtung auf die genossenschaftlichen Werte, wie regionale Verbundenheit und Kundennähe, haben sich auch 2020 wieder ausgezahlt. Die Gesamtkundeneinlagen, d. h. die insgesamt verwalteten Vermögenswerte der Kunden, legten deutlich um 183 Mio. Euro oder 7 % auf 2,803 Milliarden Euro zu.

Im Kreditgeschäft konnte die Volksbank Krefeld trotz hartem Wettbewerb und stagnierender Kreditnachfrage im Pandemieumfeld mit einem bilanziellen Wachstum der Kundenforderungen um 8 % ihren Marktanteil wiederrum ausbauen. Unter Berücksichtigung der vermittelten Darlehen beträgt das Gesamtkreditvolumen zum Bilanzstichtag 1,985 Milliarden Euro und ist gegenüber dem Vorjahr nochmals um 99 Mio. Euro oder 5,25 % gestiegen.

Insgesamt konnte das Gesamtkundenvolumen im Jahre 2020 nochmals deutlich um 282 Mio. Euro oder 6,26 % gesteigert werden und addiert sich nunmehr auf einen neuen Höchstwert von 4,788 Milliarden Euro.

"Dieses Ergebnis verdanken wir der Qualität, der Kompetenz und vor allem auch der Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, stellte der Vorstandsvorsitzende Stefan Rinsch fest.

Mit insgesamt 319 Personen, der gleichen Mannschaftsstärke wie 2019, konnte im vergangenen Jahr die Produktivität nochmals erhöht werden. Das wurde durch eine laufende Optimierung und Digitalisierung der Geschäftsprozesse erreicht. Lag noch 2016 das Verhältnis Bilanzsumme pro Mitarbeiter bei 5,44 Mio. Euro, so konnte dieser Wert 2020 auf 6,57 Mio. Euro gesteigert werden. In diesem Kontext spielt aber auch die zielgerichtete Weiterbildung und Qualifizierung der Mitarbeiter eine wesentliche Rolle.

Das Fundament jeder Kundenbeziehung einer Genossenschaftsbank ist die Mitgliedschaft und das Girokonto. Bei den Mitgliedern konnte erstmals kein Wachstum erreicht werden. Wegen der Reduzierung der Kundenkontakte konnte die demografische Lücke nicht vollständig geschlossen werden. Dadurch bedingt sank die Zahl der Mitglieder 2020 leicht auf 42.556. Bei den Girokonten konnte die Volksbank Krefeld wieder Wachstum vermelden. Mit 43.210 Girokonten konnte in diesem hart umkämpften Segment ein leichtes Plus von 307 Konten verzeichnet werden.

„Auch in einem von Covid-19 geprägten Umfeld konnte der Wachstumspfad der letzten Jahre eindrucksvoll fortgesetzt werden“, resümierte der Vorstandsvorsitzende Stefan Rinsch und ergänzte: „dabei haben wir uns als verlässlicher Partner unserer Kunden im Krisenumfeld bewiesen“.

Hinsichtlich der Erfolgsrechnung des Jahres 2020 bestand, bedingt durch die Pandemie, hinsichtlich der ursprünglichen Planung unterjährig hohe Unsicherheit. Und so wurden viele Szenarien nach dem Motto: „was passiert wenn“ simuliert.

„Uns ist es wichtig weiter für unsere Kunden da zu sein. Das haben wir mit einem stringenten Abstands- und Hygienekonzept erreicht“, erläutert Stefan Rinsch.

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung mit Ausbruch von Covid-19 lag insbesondere im ersten Lockdown bis Ende Juni 2020 signifikant hoch bei 9,7 %. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar mit 11,3 % höher als zur Finanzkrise 2008. Die schnelle Auszahlung der staatlichen Hilfsprogramme war die erste wichtige Maßnahme zur Sicherung der Liquidität der Unternehmen.

„In den ersten Tagen standen die Telefone nicht still, der Informationsbedarf der Kunden war erheblich“, so Christoph Gommans, Vorstandsmitglied der Volksbank Krefeld.

Neben der Bereitstellung von Kreditmitteln und der Aussetzung von Tilgungsraten für bestehende Darlehen konnten zusätzlich 25 Mio. Euro aus den haftungsfreigestellten Kreditmitteln der KfW ausgegeben werden. Die Nachfrage nach diesen Sonderprogrammen ging im Jahresverlauf deutlich zurück. Die Gesamtheit der Maßnahmen hat dazu geführt, dass die Volksbank Krefeld in 2020 keine nennenswerten Ausfälle im Kontext von Corona zu verzeichnen hatte.

"Unsere Kundenbetreuer sind mit den Unternehmen im engen Austausch, um schnell und lösungsorientiert reagieren zu können", so Gommans weiter.

Schon seit Jahren entscheidet der Kunde selbst, über welchen Weg er mit der Bank in Kontakt treten will – online, mobil oder persönlich. Seit Corona hat sich vieles nochmal verändert. Mehr als 10.600 Kunden haben sich 2020 entschieden, ihre Bankunterlagen nur noch ins elektronische Postfach einstellen zu lassen. Das sind 40 % mehr als im Vorjahr.

"Wir fühlen uns auf dem eingeschlagenen Weg zur digitalen Regionalbank sehr wohl“, so Christoph Gommans, „und wurden durch Corona in dieser Entscheidung eher nochmal bestätigt“.

Der Trend zur eigenen Immobilie ist trotz, oder gerade wegen Corona ungebrochen. Das nach wie vor sehr günstige Zinsniveau hat dazu geführt, dass in 2020 über 190 Mio. Euro neue Darlehensmittel vergeben werden konnten. Das sind nochmal 16 Mio. Euro mehr als noch 2019. Auch das Wertpapiergeschäft lief trotz turbulenten Börsenverlaufs erfolgreich. So beliefen sich die Wertpapierumsätze in 2020 auf 366 Mio. Euro und die Wertpapierbestände kletterten auf 792 Mio. Euro nach 722 Mio. Euro im Vorjahr.

"Erfreulicherweise folgen hier immer mehr Kunden unserem genossenschaftlichen Beratungsansatz und geben ihre Zurückhaltung gegenüber Aktien und Fonds auf“, so Christoph Gommans.

Einen besonderen Anteil daran haben die Fondssparpläne, die schon mit einem geringen Kapitaleinsatz den Einstieg in das Wertpapiergeschäft ermöglichen. Die Jahressparleistung stieg in 2020 nochmal um 5,7 Mio. Euro, sodass mittlerweile jährlich 35 Mio. Euro in diese zeitgemäße Sparform bei der Union Investment fließen.

Die Veränderungsdynamik bei den Finanzinstituten hat 2020 durch die besonderen Umstände nochmal deutlich an Fahrt zugenommen. Insgesamt hat sich auch die Nachfrage der Kunden nach digitalen Angeboten erhöht.

"Die Pandemie hat uns gelehrt, dass wir als Volksbank Krefeld in der Lage sein müssen, aufgrund von Ad-hoc-Ereignissen sehr schnell unsere Organisation neuen Anforderungen anzupassen“, so Wilhelm Struck, Vorstandsmitglied der Volksbank Krefeld.

Die fortschreitenden Möglichkeiten der Digitalisierung bieten ein hohes Potenzial für Effizienzsteigerungen der Arbeitsabläufe. Aus diesem Grund beschäftigt sich seit einiger Zeit eine Projektgruppe mit der Standardisierung von Kreditprozessen durch Robotic-Process-Automation RPA. Bei dieser Prozessautomation erfasst der Mitarbeiter nur noch die notwendigsten Daten. Den Rest erledigt dann das System selbstständig in der Bankanwendung.

"Auch der Einsatz von RPA-Technologie direkt an der Schnittstelle zum Kunden ist denkbar und bietet mit Blick auf die vom genossenschaftlichen Verbund entwickelte Omnikanalstrategie interessante Perspektiven“, so Wilhelm Struck.

Die Volksbank Krefeld investiert seit vielen Jahren in die Digitalisierung von Prozessen und Arbeitsplätzen. Dennoch hat die Pandemie gezeigt, wie gravierend sich Rahmenbedingungen ändern können und wie stark betriebliche Abläufe und Arbeitsprozesse dadurch beeinflusst werden. Kommunikationsverhalten und Kommunikationswege änderten sich in relativ kurzer Zeit.

„Unsere Zielsetzung, den Kunden und Mitgliedern auch während der Krise in allen Fragen des Bankgeschäftes zur Verfügung zu stehen, haben wir erreicht“, so Struck weiter.