„Zum Wohle der Region und unserer Mitglieder“

Krefeld, 05.04.2016

Volksbank Krefeld feiert 125-jähriges Bestehen / Vorgängerinstitut „Hüls-Unter-Benrader Spar- und Darlehnskassen Verein eGmuH“ wurde am 8. März 1891 gegründet

Kräfte bündeln, gemeinsam Stärke zeigen und so wirtschaftliche Notlagen meistern – eine Idee, die Ende des 18. Jahrhunderts vor allem die durch die Industrialisierung bedrohten Landwirte, Handwerker und Mittelständler begeisterte. Auch weitblickende Bürger aus Hüls zählten zu denen, die die Chance des Genossenschaftswesens für ihre Umgebung erkannten. Sie machten sich die Ideale von Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu eigen und riefen am 8. März 1891 eine Genossenschaft ins Leben, den „Hüls-Unter-Benrader Spar- und Darlehnskassen Verein eGmuH“.

Es war die Geburtsstunde der heutigen Volksbank Krefeld. Mit einem Festakt feierte die Genossenschaftsbank am Dienstag, 5. April, in ihrer Hauptstelle im Kreise ihrer Mitgliedervertreterinnen und -vertreter sowie zahlreicher prominenter Gäste aus Wirtschaft und Politik ihre 125-jährige Geschichte.

Geleitet wurde der Festakt vom Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Michael Gehlen. Dessen besonderer Gruß zu Beginn galt dem Festredner Uwe Fröhlich. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hielt den Festvortrag. Dabei hob er insbesondere die Bedeutung der Genossenschaftsbanken für die Wirtschaft vor Ort hervor und wandte sich gegen widrige geldpolitische und regulatorische Rahmenbedingungen zu Lasten der Volksbanken und Raiffeisenbanken. „Wettbewerbsverzerrungen, erzeugt durch Gesetzgeber und Aufsichtsinstanzen, wollen und können wir nicht akzeptieren“, erklärte der Präsident vom Spitzenverband der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft in Deutschland.

Mit einem Grußwort richtete sich Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer an die Festversammlung. „Bei der Volksbank gilt das Prinzip Nähe statt Distanz, persönlicher Kontakt statt anonymer Beratung, regionale Wurzeln statt globaler Höhenflüge. Damit sind Sie in den vergangenen 125 Jahren gut gefahren – und tun es bis heute, trotz oder gerade wegen der zunehmend globalisierten Welt. Ich bin mir sicher, dass Sie auch in Zukunft die Herausforderungen annehmen und bewältigen werden, gerade weil die Volksbank im genossenschaftlichen Sinne von vielen Menschen getragen wird. In Form von Sponsoring oder anderweitiger Unterstützung ermöglichen Sie außerdem in unserer Stadt zahlreiche Projekte im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich. Dafür möchte ich Ihnen im Namen der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger herzlich danken", erklärte Oberbürgermeister Frank Meyer.

„125 Jahre Volksbank Krefeld heißt 125 Jahre aus der Region für die Region. 125 Jahre Volksbank Krefeld heißt aber auch Solidarität zum gemeinsamen Vorteil. Daran werden wir gemeinsam weiter arbeiten. Wir werden unsere Stärken zum Wohle der Region und unserer Mitglieder einsetzen. Und wir werden die Herausforderungen, die sich uns stellen, annehmen. Mit ruhiger Hand, kühlem Blick für das Wesentliche und Entschlossenheit in der Umsetzung“, erklärte Vorstandsvorsitzender Klaus Geurden in seiner Rede. Herbei stellte der Bankchef auch im Namen seiner Vorstandskollegen Christoph Gommans, Stefan Rinsch und Wilhelm Struck wichtige Eckpunkte der Unternehmensgeschichte vor.

Schon im ersten Jahr verlief die Entwicklung der Bank positiv. Die Gewinn- und Verlustrechnung schloss mit einem Plus in Höhe von 99,86 Mark ab. Kuriosum aus heutiger Sicht: „Die Kassenstunden der Spar- und Darlehenskasse wurden sonntags nach dem Hochamt abgehalten, in Hüls im Hotel Schäfer, dem heutigen Rathaus“, verdeutlichte Geurden. Vor allem nach der Währungsreform ab 1949 ging es überdurchschnittlich aufwärts: Die Bilanzsumme und die Mitgliederzahl stiegen stetig, der Kundenkreis vergrößerte sich.

In den 1960er Jahren erfolgte ein erheblicher Strukturwandel vom eher ländlichen Kreditinstitut mit Schwerpunkt „Betreuung Landwirtschaft“ und ihr nahestehenden Gruppen zur Universalbank. Die veränderten Lebensgewohnheiten (z. B. bargeldlose Lohnzahlung) bedingten die Öffnung der Bank für alle Bevölkerungsgruppen. Sie wurde eine „Bank für jedermann“ mit Zuwächsen und Marktchancen, die die Väter der Neuausrichtung sicherlich selbst nicht für möglich gehalten hätten.

„Seitdem erleben wir eine Phase kontinuierlicher Weiterentwicklung, die bis heute anhält. Sie ist gekennzeichnet von einem stetigen Wachstum unter Beibehaltung unserer von Beginn an geltenden genossenschaftlichen Werte“, betonte Klaus Geurden mit Blick auf Eigeninitiative, freiem Unternehmertum sowie lokaler und regionaler Verantwortung.  

Kritische Worte fand auch Klaus Geurden zum aktuellen politischen Umfeld. „Regulatorische Vorgaben, Meldepflichten und bankaufsichtliche Praxis belasten Genossenschaftsbanken wie die Volksbank Krefeld überproportional. Wir sind eine große Volksbank, aber wir sind global gesehen eine sehr kleine Bank“, verdeutlichte Geurden. Und weiter: „Wer kleine Banken schwächt, schwächt den Mittelstand.“ Zum Schaden der Mitglieder, der mittelständischen Wirtschaft und der Region.

Geurdens besonderer Dank zum Schluss seiner Ansprache galt den Beschäftigten: Diese würden tagtäglich im Kundenkontakt das praktizieren, was die Volksbank Krefeld als Genossenschaftsbank ausmache: „Bankgeschäft für die Menschen vor Ort, Bankgeschäft für die Unternehmen vor Ort, Bankgeschäft für unsere Region. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz und Ihr Engagement.“

Die Volksbank Krefeld hat 40.788 Mitglieder und auf 1,615 Milliarden Euro beläuft sich aktuell die Bilanzsumme. 351 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 36 Auszubildende, sind bei der Volksbank Krefeld in den 21 Geschäftsstellen tätig.

Vertreterversammlung
v.l.n.r. Klaus Geurden, Uwe Fröhlich, Frank Meyer, Dr. Michael Gehlen